Die Weiterbildungsteilnehmer*innen entwickeln in einer divers zusammengesetzten Gruppe die Voraussetzungen für eine kultursensible und kulturreflexive Beratung. Die Seminare sind offen für die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer*innen. Diese bringen Fragen mit und erschließen ihr neues Arbeitsfeld. Teilnehmende Coaches vertiefen Wahrnehmungs-, Selbstreflexions-, Kommunikations- und Methodenkompetenzen für interkulturelle Kontexte. Zudem besteht das Angebot, relevantes Faktenwissen durch kurze Fachvorträge von Expert*innen oder Textarbeit zu erwerben. Dazu zählt Wissen über Mehrsprachigkeit, Fluchtursachen und Asyl- und Aufenthaltsrecht.
Zusätzlich zu den Seminaren gibt es Exkurs-Angebote zu den Themen Migrationsprozesse und Mehrsprachigkeit, Intersektionalität, Spielregeln des gesellschaftlichen Raums und Auseinandersetzung mit Stereotypen. Die Teilnehmenden können auswählen, welche Themen sie in Intervisionsgruppen im Online- oder im Präsenzformat vertiefen möchten.
Im Rahmen der Weiterbildung setzen die Teilnehmenden erste Coaching-Termine mit Coachees umsetzen, die supervisorisch begleitet werden.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Eine abgeschlossene Coachingausbildung im Umfang von mindestens 200 Stunden oder eine Supervisionsausbildung sowie Beratungserfahrung. Im Vorfeld werden Interessent*innen an der Zentralen Einrichtung für Weiterbildung persönlich beraten. Teilnehmende führen außerdem begleitende Coaching-Sessions durch.
Dozent*innen der Pilot-Weiterbildung
Die Pilot-Weiterbildung wurde von Bernhild Schrand begleitet. Sie ist Soziologin und seit vielen Jahren als Supervisorin und Führungskräfte-Coach freiberuflich tätig. Außerdem bildet sie Supervisor*innen und Coaches aus und arbeitet als Lehr-Supervisorin. Interkulturelle Kommunikation gehört zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten. Bernhild Schrand lebt in Hamburg.
Prof. Dr. Inci Dirim hat eine Professur für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört individuelle und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit und der Erwerb des Deutschen als Fremdsprache. Prof. Inci Dirim war für einen fachlichen Input und zur Diskussion eingeladen.
Stefan Zech ist Soziologe und arbeitet als Mediator, Coach und Trainer für Konfliktfähigkeit und Diversitätskompetenz, vor allem in den Bereichen Schule und gesellschaftliches Zusammenleben sowie in internationalen Projekten zu Mediation und Konfliktbearbeitung. Er lebt in Frankfurt am Main.Im Seminar berichtete er über die Umsetzung einer Mediationsausbildung in Algerien. Gemeinsam mit den Teilnehmenden in Algerien wurden Grundannahmen und Methoden der Mediationsausbildung reflektiert, die kulturell durch eine akademische, alternative Mittelschicht aus Europa und Nordamerika geprägt sind. Gemeinsam wurden Mediationsmethoden an soziale Kontexte der algerischen Gesellschaft angepasst. Von dieser Arbeit leitet Stefan Zech Übungen für die diversitätssensible Beratungsarbeit ab, um einen offenen Umgang mit Coaching-Methoden und Herangehensweisen in einer heterogenen Einwanderungsgesellschaft zu erleichtern.
Dr. Katarzyna Zentner arbeitet seit vielen Jahren in der Beratung von traumatisierten Frauen und Männern. Sie hat einen Lehrauftrag an der Fakultät Soziale Arbeit an der Hochschule Hannover und ist hauptberuflich Fachleiterin und Beraterin der Beratungsstelle für mobile Beschäftigte bei Arbeit und Leben Niedersachsen. Dr. Zentner war für einen fachlichen Input und zur Diskussion eingeladen.
Muzaffer Öztürkyilmaz ist Jurist und arbeitet seit sechs Jahren in der Projektleitung und in der Geschäftsführung des Flüchtlingsrats Niedersachsen. Er wird darstellen, wie durch strukturelle Benachteiligungen und Ausschlüsse eine Bildungs- und Berufswegeplanung für viele Asylsuchende erschwert wird. Muzaffer Öztürkyilmaz war für einen fachlichen Input und zur Diskussion eingeladen.
Struktur und Umfang

Die berufsbegleitende Weiterbildung ist für vier Blockseminare (freitags und samstags) konzipiert.
Zertifikat
Ein Zertifikat und 7 ECTS-Punkte können durch die Teilnahme an drei Seminaren und an einer Intervisionsgruppe sowie die Durchführung von fünf Coaching-Sessions mit Bericht erworben werden.
Informationen über weitere geplante Durchgänge unserer Weiterbildung können Sie per E-Mail erfragen bei susanne.hermeling@zew.uni-hannover.de
Inhalte
- Seminar 1: Grundlagen - 9. und 10. Dezember 2022
- Seminar 2: Flucht und Migration - 13. und 14. Januar 2023
- Seminar 3: Strukturen der Einwanderungsgesellschaft - 24. und 25. Februar 2023
- Seminar 4: Fallpräsentationen, Gruppensupervision und Ausblick auf das eigene zukünftige Arbeitsfeld - 17. und 18. März 2023
ImmPowerC-Projektpartnerschaft
Orientexpress Wien
http://www.orientexpress-wien.com
Verein Projekt Integrationshaus
http://www.integrationshaus.at
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung
http://www.bifeb.at
Das Projekt ImmPowerC Projekt-Nr.: 2021-2-DE02-KA210-ADU-000049397 wurde

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
30159 Hannover